Eine Frage der Belichtung

Wenn man RAW fotografiert, dann gehen die Meinungen über die richtige Belichtungsmethode auseinander. Hintergrund ist, dass man mit RAW in der Nachbearbeitung mehr Möglichkeiten zur  Feinjustierung hat, die man dann möglichst auch alle ausnutzen möchte. Es gibt im Grunde drei Lager: 

  1. "korrekt Belichten" - d.h. dem fotografierten Motiv entsprechend korrekt belichten. Hier steht im Vordergrund, dass man möglichst wenig Arbeit in der Nachbearbeitung haben möchte.
  2. bewusst unterbelichten -   dabei möchte man vor allem verhindern, dass die hellen Flächen ausbrennen (also rein weiß sind). Das nachträgliche Aufhellen erfolgt dann sehr kontrolliert in der Nachbearbeitung.
  3. "nach rechts belichten" - im Englischen "expose to the right" (ETTR) genannt. Dem liegt zu Grunde, dass die hellen Farbwerte viel mehr Informationen speichern können als die dunklen Bereiche. D.h. man hat in der Nachbearbeitung viel mehr Spielraum. Bei der Belichtung versucht man das Histogramm so weit wie möglich nach rechts (zu den hellen Farbwerten) zu verschieben, so dass gerade eben noch nichts ausgebrannt ist. 

Ich habe überlegt, welche Methode ich verwende und festgestellt, dass das je nach Situation unterschiedlich ist. Bei normalen Schnappschüssen, Dokumentation von Familienfeiern, etc. versuche ich möglichst korrekt zu belichten. Einfach damit ich in der Nachbearbeitung nicht so viel Arbeit damit habe.


Wenn es schnell gehen muss und ich freihand fotografiere, dann tendiere ich doch dazu, im Zweifel eher unterzubelichten. Meiner Meinung nach, sind ausgebrannte Lichter, die man nicht mehr rekonstruieren kann, schlimmer als hochgezogene Tiefen. Bei ETTR habe ich die Erfahrung gemacht, dass es viel über trial & error geht. Man macht ein Bild, prüft das Histogramm, verändert die Belichtung, nächstes Bild usw. Da ist ein statisches Motiv und ein Stativ eigentlich Pflicht. 

 

Aber vielleicht bin ich auch nur zu Faul und sollte häufiger ETTR verwenden.  

 

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